Gegründet 1889
1. Entstehung und frühe Organisation
- Ursprung: Noch vor der eigentlichen Feuerwehr gab es den Löschverband Klein Rönnau – Klein Niendorf, der gemeinsam Geräte (Eimer, Leitern, Schläuche, Schutzausrüstung) finanzierte.
- Steigendes Brandrisiko: Durch dichter werdende Bebauung wuchs das Brandpotential, sodass ein besser organisiertes Löschwesen nötig wurde.
- Förderung: Die Brandversicherungsanstalt Schleswig‑Holstein (gegründet 1. Februar 1874) unterstützte finanziell personelle und materielle Verbesserungen.
- Gründung: Am 18. Mai 1889 wurde die Freiwillige Feuerwehr Klein Rönnau gegründet. Bei der Gründungsversammlung meldeten sich spontan 30 Männer; Hans Untiedt wurde zum Wehrführer (damals „Hauptmann“) gewählt.
2. Erstausrüstung (Ende 19. Jahrhundert)
- Spritze: Handbetrieb, schmalspuriges Fahrgestell, Holzräder, 2 Saug‑ und Druckpumpen, Windkessel, 8 Bediener (plus 8 Ablösungsmannschaften).
- Schläuche: 15 Längen Textilschlauch (Ø 5 cm), 6 Längen Saugeschlauch, Saugkorb.
- Zusätzliche Geräte: Strahlrohr, 4 m Anstellleiter, 2 Hakenleitern, Helme, Nebelhorn, Laterne, Spitzhacke, Uniformröcke.
- Steigerabteilung: Wichtig wegen Strohdächern; Einsatz von Anlehn‑ und Hakenleitern sowie Patschen zur Bekämpfung von Flugfeuer.
3. Entwicklung der Ausrüstung (1900 – heute)
| Jahr | Neuerungen |
|---|---|
| 1940 | Ersatz der handgezogenen Spritze durch Motorspritze mit Anhänger. |
| 1958 | Veräußerung der alten Spritze; Anschaffung Magirus‑Tragkraftspritze TS 8/8 (Einsatz bis 2000). |
| 1967 | Ersatz des Geräteanhängers durch Ford‑Einsatzfahrzeug (Eigenleistung). |
| 1978 | Anschaffung eines Tanklöschfahrzeugs (2400 l Wasser). |
| 1989 | Neues Löschgruppenfahrzeug Iveco zum 100‑Jahr‑Jubiläum. |
| 1990‑1998 | Motorsäge, Aluminium‑Schlauchhochbrücke, neue Tragkraftspritze Rosenbauer TS 8/8 mit Elektrostarter. |
| 2002 | Geschenk‑Trabant (später Museum), Ersatz durch Kleinbus. |
| 2008 | Ersatz des TLF durch ein Staffellöschfahrzeug Iveco STLF 10/6 mit 1000 l Wasser + Schaum‑Anlage. |
4. Gebäude und Alarmierung
- Erstes Spritzenhaus (Schulstraße 1) bis 1961, dann Neubau des Gerätehauses an der Plöner Straße.
- 1979 Grundsteinlegung für ein gemeinsames Gemeindezentrum (Sportverein, Kindergarten, DRK, Feuerwehr in der Straße Ton Hus Rönnau).
- 2014 Erweiterung des Gerätehauses und Einweihungsfeier im Rahmen der 125-Jahrfeier
- Alarmierung: 1958 Umstellung von Horn‑ zu Sirenen‑Alarm; 1971 Verlegung der Sirene vom Mühlenspeicher zum Schulgebäude; heute Funkmeldeempfänger und zentrale Sirenenanlage (Auslösung über Leitstelle Norderstedt, Probealarm samstags 12 Uhr). Seit einigen Jahren wird ergänzend eine App über das Smartphone genutzt.
5. Personalentwicklung
- Aktive Mitglieder blieben über die Jahrzehnte relativ konstant bis in die 2020er, von da an stieg die Zahl (z. B. 30 Aktive 1894, 35 Aktive 2005, 46 Aktive und 4 Verwaltungsmitglieder 2025).
- Fördernde Mitglieder unterstützen seit 1890 ideell und finanziell.
- Jugendfeuerwehr in Groß Rönnau (gegründet 1971) liefert kontinuierlich Nachwuchs.
- Kinderfeuerwehr (gegründet 2024) liefert Nachwuchs für die Jugendfeuerwehr
6. Ausbildung, Wettkämpfe und Auszeichnungen
- Leistungsbewertungen seit 1968 (Kreisfeuerwehrverband Segeberg).
- Plaketten: Bronze (1968/69), Silber (1970), Gold (1971).
- Jahresschilder und Feuerwehrbeile (Bronze 1982, Silber 1987).
- Teilnahme an überregionalen Ausscheidungs‑Wettkämpfen (Frankfurt /Main, Holzminden).
- aktuell besitzt die Feuewehr Klein Rönnau die Leistungsbewertung Roter Hahn Stufe 3
7. Gemeinschaft und Tradition
- Jahreshauptversammlung: Bericht, Wahlen, Ehrungen, gemeinsames Essen.
- Feuerwehrmärsche: 25‑maliger 10 km‑Rundkurs am Großen Segeberger See, ca. 25 000 Teilnehmende.
- Kameradschaftspflege: Veranstaltungen mit fördernden Mitgliedern, Preisskat, gemeinsames Training.
Kurz:
Die Freiwillige Feuerwehr Klein Rönnau entwickelte sich von einem einfachen Löschverband zu einer modern ausgestatteten, strukturierten Organisation. Durch kontinuierliche Modernisierung der Geräte, den Bau geeigneter Gebäude, regelmäßige Ausbildung und starke Gemeinschaftsbindung bleibt sie ein zentraler Pfeiler des örtlichen Brandschutzes und Katastrophenschutzes.